Nachdem im Bereich Planung bis jetzt nur die Holzhütte selbst Thema war, muss es nun weiter gehen – irgendwie muss die Hütte ja warm werden.
Die Ausgangssituation ist denkbar einfach: nix. Kein Gas, keine Fernwärme, kein(e) Öl(quelle). Eine Voranfrage bzgl. Geothermieborungen deutet auf Probleme in 50 m Tiefe hin, mir gefällt die Idee der tiefen und teuren Löcher ohnehin nicht.
Insofern haben wir die einmalige Möglichkeit, vollkommen frei zwischen unzähligen Systemen auf einem überschaubaren Markt wählen zu dürfen. Gerade im Hinblick auf die Trennung von fossilen Energieträgern ist es interessant, dass noch nichts vorhanden ist, denn somit werden ökologischere Alternativen gleich wirtschaftlicher.
Mit der Sonne heizen liegt irgendwie auf der Hand. Gigantische Eisspeicher oder oberflächige Erdkollektoren sind im Überschwemmungsgebiet und unserer kleinen Garten nicht erste Wahl. Bleiben noch die riesigen Wasserspeicher mit weit über 20m3 Volumen. Erstens müsste sich das ganze Haus um so einen Speicher ranken, zweitens sind die Dinger sehr teuer, wodurch man sich langfristig an sie bindet und drittens braucht man eine gigantische Solarthermiefläche.
In letzter Zeit ist es billiger geworden eine kWh Energie mittels PV (Photovoltaik) anstelle von Solarthermie zu erzeugen. Also eine reine Stromheizung? Ein interessanter Gedanke, der in letzter Konsequenz aber auch zu Ende geführt werden müsste, z.B. mit Infrarot-Heizstrahlern um sämtliche „Wassertechnik“ aus dem Haus zu verbannen. Möchte man aber, neben warmem Brauchwasser, eine angenehme Flächenheizung haben, kommt man ums Wasser in der Heizung nicht drum herum, wodurch ich zu der Ansicht neige, dass man also auch bisschen Solarthermie nutzen kann, um die Brühe einfach warm zu bekommen.
Lange habe ich über mögliche Verhältnisse von PV zu Solarthermie und deren Vor- und nachteile Gedanken bewegt. Es gibt unheimlich viel Solarthermie-Technik, welche seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt wird. Allerdings sind diese Systeme (fast) immer für eine Heizungsunterstützung und nicht für eine Heizung beworben.
Bis jetzt habe ich genau ein System gefunden, welches als komplette Heizung daher komm: Solaera von Consolar. Das klingt schön einfach. Ein System mit klar definierten Eckdaten, nicht einer Vielzahl von zu kombinierenden Komponenten und Ideen verschiedener Hersteller. Wie sich an dem Slogan „Heizen mit Sonne, Luft und Eis!“ schon erahnen lässt, ist dieses System innen drinnen auch nicht ganz banal, aber wer interessiert sich schon für die Komplexität einer Tiefkühlkombi – sie ist weiß, hat 60×60 cm Grundfäche, A+++ und kostet X Euro – Fertig.
Wie das System funktioniert muss ich hier nicht erklären, dass übernimmt der Hersteller recht umfangreich, es gibt viele Videos…
spannend ist, dass es bis 13.000 KWh/a Heizleistung allein funktioniert, bis 25.000 kWh/a mit weiterer Heizquelle. Insofern kann man das komplexe System getrost als Black-Box betrachten. OK, es braucht ein bisschen Strom, aber den gibt es ja. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Stromverbrauch durch einen aus Gemütlichkeitsgründen ohnehin notwendigen Ofen (wahrscheinlich mit Wassertasche) weiter minimieren können. Zusätzlich soll ja noch PV aufs Dach. Ach ja, das Dach ist momentan so angedacht, dass ein Streifen der Solarplatten im 90° Winkle (also vertikal) fast nach Süden (20° Abweichung Richtung West) installiert werden kann und somit die Wintersonne gut einfängt.
Kosten werden mit ca. 23.000 € angegeben. Klingt erst mal viel, aber man muss die Kosten für Alternativen im Blick haben. Es gibt ja noch kein Gas, wodurch schon Erschießungskosten im vierstelligen Bereich nötig sind. Oft hört man, mach doch Gas, es ist einfach und am billigsten… man findet als Richtwert für ein EFH oft ca. 6.000 € + 2.000 € Erstehungskosten (bei uns wahrscheinlich eher mehr). Somit würde die Solaera nur noch 15.000 € mehr kosten. Eine komplexere Betrachtung erfordert die Finanzierung und Förderung sowie die zwangsläufig zu erfüllende EnEV, wobei es ganz ohne Solaranlage und ohne Polystyrol vielleicht schon eng wird (kenne ich mich noch nicht aus). Alles in allem scheint mir der höhere Investitionsaufwand überschaubar. Momentan zahlen wir 60 € Gas pro Monat, nimmt man im neuen Haus mal 100 € / Monat an, hätte man 10.000 € Anlagenkosten in ca. 8 Jahren am Gas gespart.