16. Tag – Die Wände werden betoniert

In diese kleinen Röhren sollen die Bolzen der Zimmerleute ein betoniert werden. Es sollen 24 mm starke Bolzen sein. So dicke Löcher kann man angeblich nicht einfach bohren, Kernbohrung ist zu teuer. Das einkleben mit 2K-Kleber wäre wohl auch zu teuer. Die Bolzen direkt in den Boton stecken geht auch nicht, da der Zimmermann meint, er bekommt die Löcher nicht so genau in den Balken, dass dieser dann aufgefädelt werden kann.

Also werden ca. 50 mm starke Rohre einbetoniert, aber niemand hat bedacht, dass diese Platz brauchen und so ist der Bewährungsstahl im Weg.

Unter viel Gefluche und mit Gewalt, Bolzenschneider, Flex und Hammer wurde Platz und reichlich Kollateralschaden geschaffen.

Ein panikartiger austausch mit dem Statiker hat mich beruhigt, angeblich nicht so schlimm, dass die Bewehung der Ecken nicht bis ganz hoch geht.

Bei dem brutalen gehacke wurde auch unsere Schablone der Jahreszahl zerstört. Immerhin hat der Kollege die Schalung nochmal geöffnet und die Splitter wieder zusammengenagelt, nachdem er sah, das ich es gesehen hatte. Nun kann man aufs Ergebnis gespannt sein.

Was ist das? unter der Schalung guckt eine Schnittkante raus, der Bewehrungsstahl liegt frei. Angeblich kommt später eine Versiegelung drauf, die Betonpumpe wartet schon. Die Platte wäre etwas zu schief geworden muss musste nachgearbeitet werden. Hoffentlich funktioniert das mit versiegelnden Beschichtung.

Der erste Pfeiler geht problemlos, beim zweiten Platzt die Schalung…

 

Bis dahin hatte ich nur mit kontrollierender Präsenz geglänzt, Kommunikation eher schwierig. Doch jetzt sah ich mich zur aktiven Intervention genötigt…

… und es wurde hektisch.

Bauen die Helden zum ersten mal?

Ersten Messungen nach liegt das Ergebnis noch im Rahmen. Aber es ist ärgerlich, da die Wände vorher perfekt standen, und dass der Beton drückt, sollte den Sportfreunden präsent sein.

Die Mühevoll gearbeiteten Brettchen kommen schon wieder ab und die Mauern werden oben drauf sehr hübsch geglättet.

Ich hoffe, das Ergenis ist nicht so schlecht, aber auf dem Weg dahin bin ich zehn Tode gestorben. Auf der einen Seite bilde ich mir ein, dass meine Kontrolle und Fotos von Details, die nachher im Beton verschwinden, dafür sorgten, dass sie sich Mühe geben.

Auf der anderen Seite erspare ich mir vielleicht lieber den Anblick unmotivierter Anfänger bei der Arbeit, wenn sie tatsächlich nicht einmal einen Nagel routiniert einschlagen können – das stellt sich Arthur besser an!
Dann wird die Hilti schief angesetzt. OK, ist nur Rohbau, aber wenn man sie immer weiter biegt, bis sie nicht mehr bohrt  – Ein kritischer Blick auf die Bohrerspitze und Kopfschütteln – Nein! Es liegt nicht am Bohrer! Im Gegensatz, das Spitzenprodukt zerbicht nicht einmal bei dieser furchtbaren Misshandlung. Ich fange schon wieder an mich aufzuregen…