94. Tag – Der Supergau

Außen läuft alles glatt. An die Bohlen kommen später die Solar-Module.

Die Außendämmung ist fertig.

Nun endlich sind auch die Heizungsbauer da. Sie fangen an die Platten falsch herum zu verlegen.
Ich meinte die müssen anders herum…  Nein, der Chef hätte es heute früh extra nochmal so gesagt. Na, mit mir hat er das aber anders besprochen, und da war der Vertriebler, welcher die Planung macht, dabei.
Telefon. Meister, Chef, Vertreter, Chef…

Ok, stimmt, die sollen doch anders gelegt werden.

Gut, das wenigstens einer aufpasst, die hätten alle Platten in falscher Reihenfolge ausgelegt.

Das ist nur ein kleines Randproblem, welches zum Glück im Keime erstickt wurde.
Nun zum eigentlichen Problem:

„Mal ne Frage: Was für Fußbodenbelag soll den mal hier drauf?“ Mit dieser lapidar erscheinenden Frage bahnt sich das bis dato größte Problem der Baustelle an. „15 mm Dielen? Nee, dass passt nicht.“
Zum glück haben die Heizungsbauer gleich am Anfang gemessen und diese Frage aufgeworfen.

Ich hatte ja schon Hoffnung, das wir ohne große Probleme durch kommen, immerhin ist fast alles, bis auf den Fußboden, fertig. Aber nein.
Die Pfeifen von Fensterbauern haben alle Balkontüren so eingebaut, dass die Flügel exakt Oberkante Fertigfußboden enden, sozusagen saugend schleifen. Und die angenommene Höhe Fertigfußboden wird von uns auch noch ca. 3 mm überragt.
Der „Chef“ war gerade vor Ort … „Nee, kann nicht sein!“ … „Zollstock!“… „Moment!“ … „Nochmal, also 60 mm Dämmung plus 28 mm Heizung, plus 15 mm Dielen und ihre Pappe, na sagen wir 20 mm “ … „Wie sind denn die anderen Türen?“…
Messen, denken, Messen denken – Die Stimmung wurde nicht besser.

Zum Glück kam niemand auf die Idee, ich hätte irgendwas abgesegnet. Die Türen sind einfach zu tief, selbst wenn wir etwas unter den geplanten 100mm Fußbodenaufbau bleiben würden. Das bestätigt meinen Eindruck von den Pfeifen, welche die Fenster eingebaut haben – leider.
(Wären die Fenster Höher, hätte ich an der Laibung oben auch nicht so viel unterfüttern müssen. Das hätte mich stutzig machen sollen.)

Fazit: Fenster raus ist viel zu aufwendig. (Die Festverglasung ist eingeklebt usw.), also müssen die gerade mühevoll verlegten Dämmplatten raus. Vier Tage Arbeit und 200 Quadratmeter Holzweichfaserplatte um sonst.
Das einzig gute, der „Chef“ wusste gleich, dass er die Kröte fressen wird. Warum er seinem Sub, dem Fernsterfritzen, damit nicht auf den Pelz rückt, wird wohl für immer das Geheimnis der Beiden bleiben.

Jetzt kommt statt der 60er  eine 40er Platte (Steico base 40mm). Die Kabel werden nicht so aufwändig ausgetunnelt sondern einfach frei gelassen und von der Gipsfaserplatte überbrückt.

Ein paar kabel werde ich noch in den Boden Fräsen. Heute haben die Heizungsbauer die Kabel teilweise wieder befestigt, nachdem die Befestigungen des Elektrikers beim Verlegen der Dämmung entfernt wurden – da könnte man durchdrehen, kein Wunder, das bauen so teuer ist.

Ich hab nur noch Kurz einen Eimer Spachtel verschmiert und musste los, während Anabelle die Schrauben auf dem Spitzboden verspachtete. Jetzt haben wir Zeit bis die neue Dämmung geliefert wird und können auf der alten Platten wieder herumschweinern.

So eine simple Sache wie ein paar Dämmplatten auslegen wird uns weitere Wochen Bauverzögerung bescheren.
Einziger Vorteil: Die Räume werden höher.